Freitag, 15 Februar 2008 00:00

Jahreshauptversammlung 2007/2008 WIFI Linz

Am 12. Februar 2008 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des LV im WIFI Linz statt.

Mehr als 140 Eltern, Lehrer, Schulleiter, Bezirksschulräte, Landesschulinspektor Mattle, Landesschulratspräsident Enzenhofer, sowie einige Personen aus Politik und Wirtschaft waren der Einladung gefolgt.

Umfragen zeigen, dass der Großteil der Eltern mit dem bestehenden Schulsystem zufrieden ist und das österreichische Schulwesen die jungen Menschen gut auf ihr späteres Leben vorbereitet. Das heißt aber nicht, dass keine Verbesserungen notwendig sind. Wir Eltern erwarten uns, dass unsere Kinder in der Schule Grundfertigkeiten erlernen, wie lesen, schreiben, rechnen, aber darüber hinaus auch soziale Kompetenzen vermittelt werden. Fertigkeiten können nicht über Nachdenken gelernt werden, sondern nur durch Training.

Für eine gute Schule ist auch die Wertschätzung der Leistungen der Pädagogen ein wichtiger Faktor. Der Trend, dass manche Eltern ihre Erziehungsaufgabe an die Schule abgeben wollen, ist sicher nicht im Sinne einer guten Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule. Eine funktionierende Schulpartnerschaft ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn der Kinder. Partnerschaft bedeutet, dass die Eltern gemeinsam mit der Schule die Verantwortung übernehmen. Es braucht also Wertschätzung und Vertrauen für die Arbeit der Lehrer und Hilfe und Unterstützung für die Eltern.

Gute Bildung stellt eine wesentliche Voraussetzung für eine gesicherte Existenz dar. Es ist nicht die entscheidende Frage, ob das Wissen in einer Gesamtschule oder in Hauptschulen und Gymnasien vermittelt wird. Die Gestaltung des Lernprozesses steht im Mittelpunkt. Jedes Kind ist von Grund auf neugierig. Im Laufe der Schulzeit geht diese Neugier aber verloren, und damit leider auch die Freude am Lernen. Wichtig ist die Qualität des Unterrichts und die Förderung der Stärken der Kinder.

Hauptreferent LH Dr. Josef Pühringer zeigte seine Vorstellungen über die Zukunft der Schule in OÖ auf:
„Die Schule hat die Aufgabe, die Grundlagen für den sozialen und kulturellen Zusammenhalt zu legen. Sie soll Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und Begabung fördern. Sie muss Wissen und Können vermitteln – gleichzeitig aber Herz und Charakter bilden. Bildung und Wissen sind der stärkste Schutz gegen soziale Ausgrenzung und Armut. Wissen und Können sind die Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Die Schule der Zukunft muss daher eine Schule sein, die fördert, aber auch fordert.

Wegen des raschen Wandels der Arbeitswelt muss die junge Generation zu ständiger Weiterbildung und lebenslangem Lernen motiviert werden. Ein Schlüssel dafür ist Chancengerechtigkeit. Chancengerechtigkeit bedeutet, allen jungen Menschen, unabhängig vom familiären und sozialen Hintergrund eine gute Bildung und Ausbildung zu ermöglichen. Wir müssen mehr Zugang zu Bildung für alle sichern, alle Talente erkennen
und möglichst individuell fördern.

Eine wichtige Schlüsselkompetenz der Schule von heute und morgen wird sein, dass das Schuldreieck zwischen Lehrern, Eltern und Kindern funktioniert. In ihrer schulischen Erziehungsarbeit brauchen die Lehrkräfte die Rückendeckung der Eltern. Eine Kooperation zwischen Schule und Elternhaus im Sinne einer Erziehungspartnerschaft ist die beste Grundlage für ein lebendiges Miteinander der ganzen Schulfamilie – also von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern.

Das Beherrschen der deutschen Sprache ist eine der Schlüsselkompetenzen für die soziale Integration und den schulischen Erfolg. Nur eine Mehrheit kann eine Minderheit aufnehmen. Ein Vorschlag wäre den Anteil von Kindern mit Sprachschwierigkeiten auf 30 Prozent pro Klasse zu begrenzen. Dabei geht es nicht um Ausländerfeindlichkeit, sondern um Integration.“

Edith Trinkl
Präsidentin des LV OÖ